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Autonome Fahrzeuge und Laborfleisch?
Beim Growmorrow-Festival in Wilhelmshaven diskutieren Experten über die Zukunft der Landwirtschaft, autonome Fahrzeuge, Laborfleisch und grüne Energie. Wie wird die Landwirtschaft 2040 aussehen?
Wie leben wir künftig im Nordwesten? Essen wir im Jahr 2040 Fleisch aus dem Labor? Fahren Autos autonom? Wie sehen die Städte und Dörfer aus? Wird bei uns im Nordwesten grüne Energie für ganz Deutschland erzeugt? Über diese Fragen wird beim Zukunftsfestival Growmorrow gesprochen. Growmorrow ist eine Initiative der Nordwest Mediengruppe.
Festival nicht nur in Wilhelmshaven
Das Festival wird an drei unterschiedlichen Tagen in drei Städten stattfinden: In Wilhelmshaven am Donnerstag, 8. August, 14:00 bis 20:00 Uhr (Einlass: 12:00 Uhr); in Oldenburg eine Woche später, am 15. August, 10:00 bis 22:00 Uhr (Einlass: 9:00 Uhr) und in Aurich am 22. August, 14:00 bis 20:00 Uhr (Einlass: 12:00 Uhr). Bei der Auftaktveranstaltung am 8. August im Pumpwerk in Wilhelmshaven sprechen und diskutieren Expertinnen und Experten auf der Bühne, die auch mit den Besuchenden ins Gespräch kommen.
In Wilhelmshaven sind unter anderem mit dabei: Sascha Lobo (Autor und Publizist), Uli Wischnath (Referent für Klimapolitik), Lucienne Damm (zuständig für Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei TUI Cruises und Meinschiff), Daniel Kraft (Startup-Gründer und CEO), Anders Indset (Wirtschaftsphilosoph, Autor und Unternehmer) und Caroline Bosbach (Wirtschaftsexpertin). Mit dabei ist außerdem Nick Lin-Hi. Er ist seit Oktober 2015 Professor für Wirtschaft und Ethik an der Universität Vechta. Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt sich der studierte Betriebswirt mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Im Mittelpunkt seiner aktuellen Forschungstätigkeit steht die Zukunft der Ernährung, dabei beschäftigt er sich insbesondere mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von kultiviertem Fleisch. Beim Growmorrow Festival in Wilhelmshaven wird er über die Landwirtschaft der Zukunft sprechen, unter anderem über alternative Proteine.
Denn er wirbt für eine Technologie, die die Nutztierhaltung irgendwann überflüssig machen könnte. Zudem wird er erklären, welche Aufgaben die Bauern in seinem Szenario haben werden.
Deutschland hinkt hinterher
In Singapur, den USA und Israel seien bereits Produkte aus zellulärer Landwirtschaft auf dem Markt, sagt Lin-Hi. In Europa laufen Zulassungsverfahren. Deutschland hinke im Vergleich zum Marktvolumen hinterher, einige Unternehmen wie Bluu Seafood und Cultimate Foods seien jedoch aktiv. Laut Lin-Hi wird erwartet, dass die Transformation der Landwirtschaft erheblich sein wird, möglicherweise größer als in der Automobilwirtschaft. Andere Staaten würden die Innovation vorantreiben und Deutschland sollte jetzt die Weichen stellen, um dabei zu sein, sagt er. Nick Lin-Hi ist Gründungsmitglied des DLG-Ausschusses „New Feed & Food“ und betont, dass die Nachfrage nach tierischen Proteinen bis 2050 weltweit steigen wird, was die Notwendigkeit der neuen Technologie unterstreicht.
Jeversches Wochenblatt (15.07.2024, 12:35 Uhr)